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Willkommen im Süden … nett *Update*

Mittwoch, 11. Mai 2011 15:38

Skeptisch war ich schon, weil doch viele Vergleiche im Vorfeld mit Willkommen bei den Sch’tis gezogen wurden, dennoch versuchte ich das bei Seite zu lassen. Doch schon nach einigen Minuten konnte man gar nicht ohne, denn Willkommen im Süden ist keine schlechte Kopie, sondern fast eine 1:1 Fassung, nur in Italien. Und das ist aber nicht schlimm, da es absolut gewollt ist. Denn nicht nur viele inhaltliche Dinge sind nahe zu identisch, sogar einige Szenen und Kameraeinstellungen, waren dermaßen gleich, das es sich hierbei nur um Kalkül handeln kann.

Willkommen im Süden

Um so schöner beziehungsweise lustiger war es, die Marotten der Sch’tis mit denen der “Erdfresser” zu vergleichen. Eigentlich eine herrliche Sache, zwei Bevölkerungsgruppen zu vergleichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zumindest auf den ersten Blick. Schon jetzt wünsche ich mir mal eine deutsche Variante, vielleicht mit Hamburgern und Niederbayern, das wäre ein Spaß oder auch Rheinländer und Sachsen nor?

Willkommen im Süden

Wer schon einmal in Italien war und auch die Klischees, des Süden kennt, wird sich freuen und köstlich amüsieren. Doch auch die kleinen zwischenmenschlichen Konflikte sind einfach nur herrlich. Die Verzweiflung des strafversetzten Postbeamten und der Weg, in den Süden, kann schon bei einen Mitleid auslösen. Um so schöner wenn am Anfang die Ängste überwiegen und der bis dahin selbstsichere und verwöhnte neue Direktor, plötzlich erkennen muss das er vor sehr vielen Dingen Angst hat.

Willkommen im Süden

Doch wie sollte es auch anders sein, im Laufe der Zeit erkennt er, das alles nur oberflächliches Geschwätz ist und ein herzliches Miteinander entsteht. Natürlich entdeckt er, das der Süden sogar irgendwie auch besser ist als der Norden und man könnte meinen, er möchte da bleiben. Ende gut alles gut.

Willkommen im Süden

Eine nette schöne Komödie, basierend auf dem Konstrukt der Sch’tis, muss man ganz klar sagen, einen Kinobesuch nur wert, wenn das Kino gut gefüllt ist, aber leider selten bei solchen Filmen der Fall ist. Somit ein 1A Kandidat für einen DVD-Nachmittag.

Update

Hierbei handelt es sich definitiv um kein Remake oder billigen Abklatsch, der Regisseur von den Sch’tis, ist in diesem Film der ausführende Produzent (Co-Executive Producer) und somit ist es wohl alles klar. Des Weiteren hat er wohl auch eine kleine Statistenrolle innerhlab des Postamts, laut der IMDB.
Vielen Dank für die Recherche an Antoine Doinel, aus dem kino.de Forum.

Bewertung: ★★★☆☆

Thema: Filmkritik | Kommentare (3) | Autor:

Ein Krebstagebuch nominiert

Mittwoch, 3. Februar 2010 13:47

Die Dokumentation Ich will ja leben, oder? – Ein Krebstagebuch von und mit Kathrin Spielvogel wurde nun für den Adolf-Grimme-Preis 2010 nominiert. In der Kategorie Information & Kultur wurde der Film neben 17 weitere Produktionen nominiert, große und ebenfalls sehr starke Konkurrenz, aber allein schon die Nominierung dürfte eine hohe Auszeichnung sein.

Die offizielle Pressemitteilung dazu lautet:

Die Dokumentation /„Ich will ja leben, oder?“ – Ein Krebstagebuch,/ von den Hamburgern Schauspielerin Kathrin Spielvogel und Filmemacher Nicholas Feustel, wurde an diesem Mittwoch für den Adolf-Grimme-Preis nominiert.*

Kathrin Spielvogel war 34, als der größte Alptraum ihres Lebens begann: Nach der Diagnose Brustkrebs musste sie sich eine Brust abnehmen lassen und anschließend eine hochdosierte Chemotherapie durchleben, da der Krebs schon gestreut hatte. Intuitiv begann sie, ein Videotagebuch zu führen und sich selbst zu filmen. Nicholas Feustel, ein langjähriger Freund, hat aus dem Material, zusammen mit Kathrin, diesen Film gemacht.

Die beiden haben den Film auf eigene Faust produziert, ohne Budget und ohne Sendeplatz, weil es ihnen am Herzen lag, Kathrins Geschichte zu erzählen. So oft hatte sich Kathrin während ihrer Erkrankung gewünscht, es gäbe Bücher oder Filme, die von dem persönlichen Alltag einer jungen Krebspatientin erzählen würden, jenseits der rein medizinischen Fachliteratur.

Auf der MIPDoc, einer Dokumentarfilm-Messe in Cannes, konnten die beiden das Interesse von Jörg Hinners, Leitender Redakteur von Spiegel TV, gewinnen. Ein gutes halbes Jahr später, im Dezember 2009, lief der Film dann bei Spiegel TV auf VOX.

Nun wollen Kathrin Spielvogel und Nicholas Feustel mit dem Film auf Tour gehen: mit einer Kombination aus Film-Vorführung und anschließendem Live-Vortrag von Kathrin darüber, wie sie es geschafft hat, in ein normales Leben zurückzukehren. Auch eine DVD wird es geben, die auf der Website des Films www.ichwilljaleben.de bestellt werden kann.

Der 46. Adolf-Grimme-Preis wird dieses Jahr am 26. März 2010 in Marl, dem Sitz des Adolf-Grimme-Institut, verliehen.

Thema: Verleihung | Kommentare (0) | Autor:

Ich will ja leben, oder? – Ein Krebstagebuch

Mittwoch, 16. Dezember 2009 15:30

Gestern Abend habe ich wie so oft mal ein wenig durch die Fernsehlandschaft gezappt, nachdem ich mir erneut den großartigen Jim Carey in Lemony Snickets gegönnt hatte. Ich blieb bei einer Vorschau auf VOX hängen, zur kurz danach startenden Spiegel TV Extra Ausgabe. Der Begriff Videotagebuch, war der, der mich hielt und somit habe ich zum Glück Ich will ja leben, oder? – Ein Krebstagebuch von Kathrin Spielvogel gesehen.

Ich interessiere mich generell für allerlei Dokumentationen, sei es Natur, Tiere, Technik, Weltraum, Essen, etc. pp und auch die Medizin hat immer wieder spannende und erkenntnisreiche Themen. Somit fing ich an diesen Kurzfilm mir, mit anfänglicher Skepsis, an zu schauen. Denn schnell kommen einen Gedanken wie Seelenstrip oder ähnliches in den Kopf, wenn man solche Themen in dieser sehr persönlichen Weise des Videotagebuchs, der Öffentlichkeit präsentiert.

Foto: Kathrin Spielvogel
Foto Tom Mennemann/kathrin-spielvogel.de

Kathrin Spielvogel ist zugleich auch die Person, die den Brustkrebs hat, von dessen Erstdiagnose und Therapie sie 2007 im Alter von 34 Jahren berichtet. Es ist faszinierend, erschreckend aber auch schön zugleich, wie sie die einzelnen Stadien der Therapie ihren Zuschauern vermittelt. Sie ist zwar im wahren Leben wahrhaftig eine Schauspielerin, doch diese Rolle hätte sie sich wohl nie gewünscht. Sie schafft es relativ analytisch aber im gleichen Moment auch sehr emotional ihr Martyrium zu beschreiben. Man wird hin und her gerissen und versucht sich immer wieder vor zu stellen, was wäre wenn ich oder jemand der mir nahe steht, ähnliches bewältigen müsste?

Dennoch schafft sie es immer wieder den gewissen Abstand zwischen sich und ihren Zuschauern nicht erlöschen zu lassen. Es ist ein meiner Meinung nach sehr wichtiger Film über das Thema Brustkrebs, er sensibilisiert einen dafür, es werden viele Klischees und typische Fehler gezeigt bzw. einfach vernichtet. Denn Kathrin Spielvogel lässt auch ihre Wut raus, die Wut die die Gesellschaft und alle um einen herum in ihr auslösen, ob böswillig oder nicht, Verzweiflung, Panik, Angst, Sinn des Lebens … alles geht einen durch den Kopf in einer solchen Situation. Sie schafft es die Stimmung der Ohnmacht und Hilfslosigkeit einer solchen Krankheit rüber zu bringen, ohne das sie selber dabei bemitleidenswert wirkt – eine starke Frau!

Faszinierende und wichtige Dokumentation über eine Frau und ihr Krebsleiden.

Den Bericht kann man sich nun noch 7 Tage auf dem Videoportal von VOX anschauen, einen kurzen Trailer gibt es auf Spiegel Online.

Thema: Fernsehen | Kommentare (1) | Autor: